Saunasteuerung: Der kleine Komfort

  Artikel aus Schwimmbad & Sauna 11/12 2008.
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Wenn man über eine Sauna spricht, fällt den meisten wahrscheinlich zunächst eine gemütliche Kabine aus Holz ein. Der nächste Gedanke gilt vermutlich dem Saunaofen. Ein Element der Sauna, das sicher den wenigsten unmittelbar in den Sinn kommt, ist die Saunasteuerung. Sie ist aber ein ganz wesentliches Detail einer gut funktionierenden Anlage.

Denn sie sorgt für optimale Wohlfühlbedingungen und zudem für Sicherheit. Mit ihr lassen sich das Klima (Temperatur und Luftfeuchte), aber auch Nutzungsdauer, Licht, Klang und Sicherheitskontakte regeln. "Die heutigen Saunasteuerungen werden immer komplexer", erklärt Karl-Heinz Bastian, Entwicklungsleiter bei EOS. "Früher gab es einen Ein-/Aus-Schalter und einen Schalter zum Einstellen der Leistung zwischen minimal und maximal. Mehr Funktionen hatte eine Saunasteuerung nicht." Doch inzwischen haben sich die Steuerungen weiterentwickelt und verfügen meist über eine Vielzahl an Funktionen.

Große Bandbreite an Funktionen

Auch im Bereich privat genutzter Saunaanlagen kommen immer öfter semi-professionelle Steuerungen zum Einsatz, die eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen bieten. So kann heute fast immer über die Steuerung auch die Kabinenbeleuchtung betätigt werden. "Von unseren Kunden werden bevorzugt Komplettlösungen eingesetzt - das heißt Steuerungen, mit denen sich sowohl die Temperatur, als auch die Luftfeuchte und verschiedene Lichtstimmungen einstellen lassen", so Werner Sterwerf, technischer Leiter der Firma osf.

Viele Geräte sind modular, also im Baukastensystem, aufgebaut und können den Kundenwünschen entsprechend erweitert werden. Häufig gewünschte Zusatzfunktionen sind etwa die Steuerung von Farblichtgeräten oder von Infrarottechnik zur Nutzung von Infrarotwärme in der Kabine. "Wenn die gewünschten Parameter wie Temperatur, Feuchtegrad oder Farblichtprogramm eingestellt sind, wird diese Lieblingseinstellung kaum verändert", weiß Frank Bildat, Marketingleiter bei EOS. Letztlich bleibt es dem Benutzer überlassen, welche und wie viele Funktionen tatsächlich notwendig und gewünscht sind.

Sicherheit als wichtiger Aspekt

Ein wichtiger Aspekt der Saunasteuerungsgeräte ist, dass sie nicht nur ansprechend aussehen und über die gewünschten Funktionen verfügen sollten, sondern auch Sicherheit bieten müssen. "Die Saunasteuerung muss immer über eine Feedback-Funktion verfügen, die beispielsweise Überhitzungsschutz gewährleistet oder die Abschaltautomatik aktiviert. Grundlegend ausschlaggebend für die Sicherheit: Die Saunasteuerung muss nach DIN-Norm abgenommen sein (DIN EN 60335-2-53). Hier wird übrigens auch die Einhaltung des EMV-Schutzes geprüft", so Simone Schöllhammer, Marketingleitung der Firma Klafs.

Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) kennzeichnet die Störempfindlichkeit von elektronischen Geräten. Nach aktuell gültiger Norm ist auch ein Hauptgeräteschalter am Steuergerät, der sogenannte "Switch-off"-Schalter, unbedingt erforderlich. Dieser Schalter ermöglicht es, die Sauna stromlos zu schalten. So ist ein unbeabsichtigtes Einschalten ausgeschlossen und das Gefahrenrisiko minimiert. Auch private Saunabesitzer sollten sich vom Hersteller oder Verkäufer des Gerätes die aktuellen Prüfunterlagen ihrer Saunatechnik aushändigen lassen. Diese Unterlagen sollten von einem unabhängigen Institut wie VDE, TÜV oder ähnlichem ausgestellt sein. Zudem müssen sie mindestens aus dem Jahr 2006 stammen oder noch jünger sein. Dann ist der Nutzer auf der sicheren Seite, dass auch alle aktuellen Vorgaben eingehalten sind und das Steuergerät den geforderten Sicherheitsstandards entspricht.

Temperaturregelung in der Saunakabine

Für die optimale Regelung der Temperatur und des Saunaklimas im Kabineninneren ist der sogenannte "Fühler" von entscheidender Bedeutung. Hier haben sich zwei Varianten durchgesetzt. Zum einen gibt es Kapillarrohrfühler. Diese regeln die Temperatur in der Saunakabine, indem sie die Temperatur im Kabineninneren anhand der Ausdehnung einer Flüssigkeit im Kapillarrohrfühler berechnen. Dieser Fühler sollte in der Kabine an der Wand oder Decke (je nach Herstellervorgabe) angebracht sein, da er dann genauer reagiert, als wenn er direkt im Saunaofen enthalten ist. Eine einfache, aber auch relativ ungenaue Methode.

Eine andere, genauere und zuverlässigere Lösung ist der Einsatz elektronischer Fühler. Bei diesen Systemen wird der Fühler an der Kabinendecke befestigt und mit einem Kabel am Steuergerät angeschlossen. Der Fühler gleicht den vom Nutzer eingestellten Soll-Wert und den gemessenen Ist-Wert miteinander ab. So reguliert er den Saunaofen und damit die Temperatur im Kabineninneren. Zusätzlich verfügen diese Fühler über einen sogenannten Sicherheits-Temperatur-Begrenzer. Dieser sorgt dafür, dass keine Temperaturen über 140 Grad Celsius entstehen. Sollte die Temperatur diese Grenze einmal übersteigen, löst die Sicherung aus und der Ofen schaltet sich automatisch ab. Vorwiegend werden diese elektronischen Fühler eingesetzt.

Saunaklima und Fühlerposition

Unter dem Saunaklima versteht man die künstlich geschaffenen Luft-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse innerhalb der Saunakabine. Ein entscheidendes Kriterium dafür ist die richtige Position des Fühlers. Das wird verständlich, wenn man sich das Entstehen des Saunaklimas vor Augen führt: Es beruht auf der Erwärmung von Luft, die durch Wärmeströmung (Konvektion) das für die Saunakabine typische Raumklima schafft. Aufgeheizt durch den Saunaofen, steigt die heiße Luft nach oben unter die Decke. Von dort strömt die Luft unter der Decke bis zu der Wand, die dem Ofen gegenüber liegt. Auf diesem Weg kühlt sie etwas ab. Die kältere Luft sinkt nach unten. Ein Teil der "verbrauchten" Luft wird durch die dafür vorgesehene Abluftöffnung in der Saunakabine nach außen abgegeben. Gleichzeitig wird dem Saunaofen frische Luft durch die Zuluftöffnung zugeführt, die idealerweise hinter dem Saunaofen positioniert ist. Diese Frischluft steigt im Ofen auf, wird erwärmt und zirkuliert wieder unter der Kabinendecke durch die Saunakabine.

Durch diesen kontinuierlichen Vorgang entstehen in der Sauna verschiedene Temperaturschichten. Als Faustformel gilt: Je höher, desto heißer. Jeder Saunagänger kennt das Phänomen, dass es auf der obersten Bank in der Kabine am heißesten ist. Deshalb kann es auch sein, dass mehrere Thermometer in der Saunakabine verschiedene Temperaturen anzeigen. Jedes Thermometer zeigt die Temperatur der Schicht an, in der es angebracht wird.Wenn jedoch der Temperaturfühler in der Saunakabine falsch positioniert ist - das heißt in der falschen Temperaturschicht - berechnet er eine falsche Kabinentemperatur. So schaltet das Steuergerät eventuell zu früh ab, noch bevor die gewünschte Kabinentemperatur erreicht ist. Daher wird die Fühlerposition vom Hersteller genau vorgegeben.

Bei den verschiedenen Einstellungen, Temperaturen und Luftfeuchtigkeitsvariationen der Saunabäder sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Gewisse Trends sind dennoch erkennbar: Männer ziehen meist ein heißes, trockenes Klima vor, Frauen hingegen bevorzugen ein sanfteres Klima mit höherer Luftfeuchtigkeit. Hierfür werden spezielle Saunaöfen mit Verdampfer eingesetzt. Neben der Wahl des richtigen Saunaofens ist auch hier das richtige Steuergerät wichtig, um die gewünschten Effekte zu erzielen.

Auswahl eines passenden Steuergerätes

Private Saunabesitzer sollten sich von einem Fachhandelsbetrieb beraten lassen, welche Steuerung für ihre speziellen Anforderungen und ihre Saunakabine die richtige Wahl ist. Im Hinblick auf die Sicherheit sollten die Nutzer in jedem Fall auf die Vorlage der gültigen Prüfausweise bestehen und darauf achten, dass diese auch aktuell sind.Häufig bieten die Hersteller zwei Produktlinien, die auf die Anforderungen der Kundenwünsche zugeschnitten sind. Von der einfachen Steuerung mit den Basisfunktionen (ein/aus, Temperatur hoch/runter und Beleuchtung ein/aus) bis zur zweigeteilten LCD-Steuerung für Multifunktionsanwendungen (Sauna, Verdampfer, Infrarot, Farblicht) gibt es eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Letztlich entscheiden die Nutzer, welche der zahlreichen Funktionen ihnen für die eigene Saunakabine und ihre Steuerung als unverzichtbar erscheinen.

Foto: Klafs