
Dem Saunaofen wurde in der Vergangenheit nicht viel Beachtung geschenkt. Eine schwarze Kiste in der Ecke, um die nicht viel Aufhebens gemacht wurde. Sie funktioniert über viele Jahre hinweg, arbeitet wartungsfrei, und niemand kümmert sich eigentlich richtig um sie. So das Image. Mittlerweile hat sich das aber geändert. Die Saunaöfen sind interessant geworden: vom Design her und von ihren Möglichkeiten. Denn einfach nur Hitze erzeugen ist heute nicht mehr ausschließlich gefragt.
Saunakabinen im gehobenen Preissegment warten heute mit einer designorientierten Konstruktion und Innenausstattung auf und bieten vielerlei Extras, vom Feuchtebad über Farblichttherapie bis hin zu Soundsystemen. Da darf auch der Saunaofen nicht nachstehen - wobei der Begriff Ofen flexibel zu sehen ist, weil immer mehr auch Unter- und Hinterbank- sowie Deckenheizsysteme angeboten werden. So hat sich z.B. die Firma Bemberg auf Unterbank- und Hinterwand-Heizsysteme spezialisiert. Wer nun glaubt, hier müsse er nun auf den geliebten Aufguss verzichten, irrt. Auch das ist dank entsprechender Konstruktion des Heizsystems mit Aufgussvorrichtung kein Problem. Vorteil: Der Ofen nimmt keinen Platz in der Kabine ein, und das vom Kunden gewünschte Design kann konsequent umgesetzt werden.
Ob sicht- oder unsichtbar: Die Zusatzfeatures sind fast schon Standard geworden. Jeder dritte Ofen verfügt heute über eine Verdampfereinrichtung. Das ist meist eine Kräuterschale, in die Kräutermischungen oder Aufgussmittel gegeben werden können. Die Klimabedingungen, also Temperatur und Luftfeuchte, lassen sich über ein Steuergerät abrufen und regeln. Eine automatische Aufgusssteuerung ist zumindest im Privatbereich eher selten, aber technisch machbar.
Der Trend zu hochwertigen Materialien bei den Kabinen findet auch bei den Saunaöfen seine Entsprechung. In der Regel werden Chrom-Stahllegierungen bei den Öfen und bei den Heizelementen Chrom-Nickel-Stahl verwendet. Die Standardöfen haben eine Innenauskleidung aus feueraluminiertem Stahlblech, das extrem temperaturbeständig ist und die Wärme, die von den Heizstrahlern erzeugt wird, zurückreflektiert. So wird die Konvektion an die Kabine abgegeben und die Temperatur im Ofen nicht unnötig erhöht. Denn eine gute Wärmezirkulation in der Kabine und ein hoher Frischluftanteil ist wichtig für das Wohlbefinden der Badenden.
Dabei gibt es aber im Markt unterschiedliche Philosophien: mehr Konvektion oder mehr Steine? Manche Anbieter setzen auf eine große Steinmenge, die natürlich eine höhere Wärmestrahlung erzeugt und auch nach Abschalten des Ofens noch eine längere Wärmeabgabe bietet. Ein Beispiel hierfür ist der "Majus"-Ofen von Klafs mit 100 kg Steinen, der ein Klima wie in den finnischen Steinofen-Saunen erzeugt. Eine größere Steinmenge ist auch für den Aufguss besser, da mehr Wasser verdampfen kann. Mittlerweile gibt es aber auch Öfen, die einen Kompromiss zwischen großer Konvektion und vielen Steinen darstellen wie z.B. der "Bi-O-Max"-Ofen von EOS, der mit einem Steingewicht von 50 kg aufwartet. Zur Verwendung kommen in der Regel die etwas größeren Peridotit-Steine, die meist bei Öfen mit größeren Steinmengen verwendet werden, oder die kleineren Olivin-Steine.