Massivholzsaunen: Kabinen aus Vollholz

Saunakabine

Foto: Domo-Sanifer

  Artikel aus Schwimmbad & Sauna 01/02 2009.
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Die Zeiten, als Massivholzsaunen nur etwas für Liebhaber rustikaler Optik waren, sind vorbei. Die Kabinen mit einem Kern aus purem Holz decken das ganze Gestaltungsspektrum ab: vom Landhausstil bis hin zu modernem Design.

Egal wie sie außen aussehen, eines haben alle Massivholzsaunen gemeinsam: den Kern aus purem Holz. Anders als Elementsaunen, deren Wände im Innern mit Dämmmaterial ausgefüllt sind, bestehen sie durch und durch aus gewachsenem Holz.

Mit einer kleinen Einschränkung jedoch. Um das Gestaltungsspektrum erweitern zu können, bieten einige Hersteller ihre Massivholzsaunen auch mit einer vorgesetzten Schale an. Damit wird alles möglich - von der glänzenden Lackoberfläche in knalligen Farben bis hin zum exklusiven Edelholzfurnier.

Grundlegendes Konstruktionsprinzip sind aber immer die aneinandergesetzten, massiven Blockbohlen. Je dicker sie sind, desto weniger Wärme strahlen die Außenwände der Sauna ab. Die Güterichtlinie für Massivholzsaunen empfiehlt im Privatbereich Bohlen mit einer Dicke von 55 Millimeter. Erhältlich sind auch dickere Bohlen mit 65 und 70 Millimeter, wie sie in gewerblichen Saunen verwendet werden. Sinnvoll sind diese aber nur, wenn sehr lange sauniert wird.

Heute werden die Blockbohlen häufig in Kassettenbauweise zusammengefügt. Das heißt, Nut und Feder verbinden die einzelnen Bohlen miteinander. Ein Rahmen fasst die Bohlen zu 50 bis 60 Zentimeter langen Elementen zusammen. Diese werden wiederum mit Nut und Feder oder Falz aneinandergesetzt, so dass komplette Wände entstehen.

Durch die großen Temperaturunterschiede beim Saunieren dehnt sich das Holz aus und zieht sich wieder zusammen. Der senkrecht stehende Rahmen neutralisiert diesen Prozess und verleiht der Kabine Stabilität.

Ein Sonderfall sind Wandkonstruktionen aus einer 40 Millimeter dicken, schichtverleimten Massivplatte aus Nordischem Fichtenholz mit regelmäßiger Fräsung. An den Sichtseiten sind außen Dekorplatten mithilfe eines Halteprofils befestigt. Sie lassen sich leicht austauschen, wenn das Outfit der Sauna nicht mehr gefällt.

Die früher üblichen Saunen mit durchgehenden Blockbohlen trifft man heute seltener an. Hier werden die einzelnen Bohlen über die ganze Länge der jeweiligen Wand übereinander geschichtet und mit Spannvorrichtungen zusammengepresst. An den Ecken stabilisieren entweder Verkämmungen oder eine Kombination aus Zapfen- und Federverbindung die Konstruktion.

Massivholz - ein Naturprodukt

Massivholzsaunen machen sich die physikalischen Eigenschaften dieses Naturproduktes zunutze. Tief dringt die Wärme in das Holz der Wand ein und wird dann beim Saunagang gleichmäßig an die Badenden wieder abgestrahlt. Außerdem nehmen die Bohlen Schweiß sowie die überschüssige Feuchtigkeit des Aufgusses auf und geben sie nach dem Saunieren wieder ab. Eine zusätzliche Dampfsperre wie bei Elementwänden mit innenliegender Dämmung ist nicht nötig.

Wichtig ist die Qualität des Holzes. Hier greift man gerne zu Polarfichte oder Hemlock. Beide stammen von langsam gewachsenen und harzarmen Bäumen. Entsprechende Lagerung und Trocknung beeinflussen zusätzlich die Dichte des Holzes. Besonders stabil ist das Kernholz, das als hart und rissfest gilt.

Bei Maßen und Form der Sauna hat der Kunde die freie Wahl. Die meisten Saunahersteller bieten die Möglichkeit, neben Standardmodellen individuell angepasste Kabinen zu liefern. Auch die Position der Tür lässt sich genau auf die Raumsituation abstimmen.

Der Trend geht zur Sauna mit viel Durchblick. Sie ist mit einer Ganzglastür ausgestattet - in Klarglas oder mit sandgestrahlter oder getönter Scheibe, um die Privatsphäre beim Saunieren zu wahren.