Verbundwerkstoffe: Gelungene Mixtur

Verbundprodukte aus Holz und Kunststoff wurden zunächst in den USA entwickelt und sind deshalb auch in Deutschland mit der englischen Bezeichnung Wood Plastic Composite eingeführt worden. In der Regel wird nur die entsprechende Abkürzung WPC für das Grundmaterial verwendet. Die Anbieter sehen viele Vorteile des Verbundwerkstoffes im Vergleich zum naturbelassenen Holz: Risse, Abspaltungen oder Splitterbildungen sollen ebenso wenig vorkommen wie Fäulnis oder Verfärbungen. Diese Mängel werden mit Garantie ausgeschlossen. Der Preis liegt natürlich höher als bei hölzernen Vergleichsprodukten.

Faserverstärkte Kunststoffe sind keine neue Entwicklung. Seit Jahrzehnten werden glasfaser- oder kohlefaserverstärkte Kunststoffe im Bauwesen, bei Zahnrädern oder im Leichtbau etwa für Kleinflugzeuge oder Rennräder eingesetzt. Im Schwimmbadbereich nehmen die aus Kunststoffen hergestellten Formteile sogar eine dominierende Stellung ein.

Der Einsatz von Naturfasern als Füllstoff oder Armierungsmittel zur Verbesserung der technischen Eigenschaften der Produkte wird seit einigen Jahren durch Förderprogramme zum Einsatz nachwachsender Rohstoffe unterstützt. Seit mehreren Jahren wird in der Holzwerkstoffindustrie die Eignung von Faserrohstoffen aus der Landwirtschaft für die Produktion von Plattenwerkstoffen erprobt. WPC besteht aus Holzfasern und einem Kunststoff. Zu Beginn der Entwicklung in den 80er Jahren wurde der Rezeptur Holzmehl als Füllstoff beigemengt, um so die Kosten zu reduzieren. Mittlerweile werden jedoch Holzfasern eingesetzt, die eine genau definierte Form aufweisen und damit die technischen Eigenschaften des Produktes wesentlich mitbestimmen. Als Kunststoffe kommen Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polyvinylchlorid (PVC) zum Einsatz, wobei für den Außenbereich in der Regel PE-Produkte eingesetzt werden und auch Recycling-Kunststoffe Verwendung finden. Weiterhin werden der Rezeptur in geringen Mengen spezielle Additive beigefügt, deren Zusammensetzung jedoch in der Regel als Betriebsgeheimnis gilt und nicht bekanntgegeben wird. Der Anteil der Holzfaser liegt derzeit bei 50 bis 85%.

Mehr über die Herstellung und Eigenschaften von Verbundwerkstoffen erfahren Sie in der Ausgabe 7/8-2005 von Schwimmbad & Sauna.