
Nicht jeder Pool, der Flecken bekommen hat, ist gleich ein Sanierungsfall. Ein Ausbleichen des Beckens ist zwar unschön, aber normal. Die Gründe sind zumeist ungenügende Pflege und zu großzügiger Einsatz von Chemikalien, vor allem von Chlor. Altersbedingt können sich auch beim Kunststoff Materialermüdungen zeigen. Auch Filteranlagen und Einbauteile bedürfen der Pflege. So können Ablagerungen wie Rost auf Dauer zu einem Problem werden.
Typische Sanierungsfälle sind Betonbecken aus den 70er-Jahren, die innen mit Farbe gestrichen sind. Obwohl den Becken über die Jahre schon mehrfach ein neuer Anstrich spendiert wurde, ist jetzt meist der Zeitpunkt gekommen, an dem keine Farbe mehr hält und sich die verschiedenen Farbschichten ablösen. Dann ist eine Beckensanierung nicht mehr vermeidbar.
Durch Sandstrahlen werden zuerst alle Farbschichten sorgfältig abgelöst. Danach sollte der Beton auf Risse überprüft werden. Für die rein statische Beanspruchung sind diese Risse meist bedeutungslos. Bei Bauwerken aber, die unbedingt wasserdicht sein müssen, kann dies nicht hingenommen werden, schon wegen der im Beton eingelagerten und durch Feuchtigkeit gefährdeten Stähle. Um Undichtheiten zu beseitigen, kann man auf eine Reihe verschiedener Verfahren zurückgreifen, je nach Art und Tiefe der Risse.
Nach Sanierung der Risse haben Sie die Wahl zwischen einem neuen Farbanstrich, was in Deutschland nur noch selten gemacht wird, einer Auskleidung mit Fliesen oder einer Auskleidung mit Folie, PVC oder Polyester. Alle diese Auskleidungsarten haben spezielle Vorteile: Bei Folien wird der Beckenkörper bahnenweise mit den Folien ausgekleidet und verschweißt. Folien werden schon seit vielen Jahren für Beckensanierungen eingesetzt. Die Bahnen werden maßgenau durch Verschweißen miteinander verbunden. Sie dichten das Becken gegen von innen drückendes Wasser und bilden gleichzeitig die fertige, wasserundurchlässige Oberfläche. An den Hohlkehlen spannen sich die lose verlegten Bahnen infolge des Wasserdrucks und liegen glatt und eben an.
Kommen wir nun zu den Polyesterbecken. Risse, braune Verfärbungen und poröse Stellen sind oft auf eine mangelhafte Unterkonstruktion zurückzuführen. Trotz aller Sorgfalt und Pflege können auch bei Polyesterbecken defekte Stellen auftreten. Diese sind aber durch Auftragen einer Polyester-Schicht zu reparieren. Zwei Varianten bieten sich an: Zum einen werden komplette Polyesterbecken in das alte Becken hineingebaut. Entweder als Einstückbecken, indem das neue Becken in die alte Konstruktion hineingestellt wird, oder, falls nicht machbar, werden die Polyesterteile als Segmente an die Baustelle angeliefert und zusammengebaut. Dies ist vor allem bei Schwimmhallen oder schwierigen Einbausituationen von Vorteil. Mehrere Anbieter haben heute sog. Segment-Pools im Programm. Eine weitere Variante ist die Polyesterbeschichtung von alten Becken. Die mit Glasfasern verstärkte Kunststoff-Beschichtung ist wasserdicht und witterungsunempfindlich. Die neue Oberfläche besteht aus einer porenfreien Kunststoff-Versiegelung. Der Pool wirkt dann wie neu.