Beckensanierung mit Edelstahl

Edelstahl wird üblicherweise dann eingesetzt, wenn Becken undicht sind oder die Wasseraufbereitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Im Zuge der Maßnahmen wird dann auch die Einströmung erneuert. Das heißt, dass eine 100%ige Einströmung über Bodenkanäle eingebaut wird und die Wasserabführung über eine Überlaufrinne am Beckenrand erfolgt.

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen nimmt man Edelstahl auch deshalb gerne, weil das Material auch im Winter gut zu verarbeiten ist, während Beton und Fliesen zur Verarbeitung eine bestimmte Temperatur brauchen. Zum anderen sind Edelstahlbecken sehr leicht zu montieren: Das neue Becken wird einfach in die bereits vorhandene Konstruktion hineingestellt. Zwar haben alte Betonbecken oft eine horizontale Einströmung, doch das Problem lässt sich durch eine Anhebung des Wasserspiegels recht einfach lösen. Denn so wird zusätzlicher Raum unter den Bodenplatten geschaffen, der für die Einströmkanäle genutzt werden kann. Die Bodenbleche im Becken sind mit Einströmdüsen versehen, die eine vollflächige Durchströmung des Beckens und den 100%igen Überlauf des Wassers über die Rinne gewährleisten. Eine Einströmung deckt dabei maximal ca. 3 qm ab, um eine gleichmäßige Durchströmung zu gewährleisten.

Was den neuen Beckenkopf betrifft, so wird dieser entweder aufgesetzt, d.h. es entsteht ein überhöhter Beckenrand, oder aber der alte Beckenkopf wird abgesägt und Raum für einen neuen geschaffen. Die Anbindung an den umgebenden Beton erfolgt über einen Abdichtwinkel, der auf dem Rohfußboden aufgedübelt und an die Überlaufrinne angeschweißt wird. Er bildet so die Anschlussmöglichkeit für die Beckenumgangsabdichtung. Zur Montage der Attraktionen wie z.B. der Massagedüsen werden Kernbohrungen in die Betonwand gesetzt, die dann als Durchgang für die Einbauteile dienen. Die Anbindung der Überlaufrinne zum Schwallwasserbehälter ist dann Sache der Wasseraufbereitung. "Unsere Schnittstelle", erklärt Georg Herbrechtsmeier von der Bodan-Werft, "ist ca. 50 cm von der Beckenwand entfernt. An dieser Stelle bieten wir eine Flanschanschlussmöglichkeit nach DIN. Daran schließt sich dann die Schwimmbadtechnik an."

Bei Sanierungen wird der alte Beton als tragendes Element für die Edelstahl-Konstruktion genutzt. Weitere Varianten sind, die Edelstahl-Konstruktion mit Schrägstützen zu versehen, um die Stabilität zu garantieren, oder das Becken freistehend aufzubauen, so dass ein Hohlraum vor der alten Betonwand entsteht, der für Installationen genutzt werden kann. Der Effekt: Das neue Becken wird gegenüber dem alten natürlich kleiner.

Schwimmbad & Sauna 5/6-2004