
Wenn eine preiswerte, aber doch langjährig haltbare Auskleidung eines Schwimmbeckens verlangt wird, so werden meistens Schwimmbadfolien genannt. Das sind Abdichtungsbahnen aus PVC oder Flexible Polyolefine (FPO). Sie sind der Klassiker unter den Abdichtungsmöglichkeiten im Schwimmbad. Seit mehr als 30 Jahren haben sie sich als eine preiswerte, sichere Methode bewährt, das Becken dicht zu bekommen. Wegen ihrer vielfältigen Möglichkeiten werden sie auch gerne bei Sanierungen eingesetzt. Der Markt der Anbieter ist überschaubar: Während beispielsweise Alkor, Armstrong DLW oder Elbtal Plastics auf die PVC-Weichbahnen setzen, arbeitet die schweizerische Sarnafil AG mit FPO. Michael Kaufmann von Sarnafil: "Das Material ist ausgereift und seit Jahren in vielen Schwimmbädern im Einsatz".
Gerne verweisen die Anbieter von Abdichtungsbahnen auf die Langlebigkeit ihrer Folien. "Die Voraussetzungen müssen stimmen", erklärt Ralph Kleiner von Armstrong DLW, "d.h. richtige Wasserpflege und regelmäßige Reinigung, dann halten die Dichtungsbahnen über Jahrzehnte." "Wenn es Probleme beispielsweise durch Ablagerungen auf der Folie gibt", ergänzt Andreas Kiehne von Alkor, "dann wird schnell die Folie dafür verantwortlich gemacht. Aber im Schwimmbad spielen viele Faktoren eine Rolle, vor allem auch gute Wasserpflege." Zwar bleichen die Bahnen mit den Jahren ein wenig aus. Dies beeinflusst die Haltbarkeit aber nicht.
Experten können sich stundenlang über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Materials unterhalten. Dabei gibt es rein von den Daten her zwischen den Materialien kaum Unterschiede: Die meisten Abdichtungsbahnen sind heute 1,5 mm stark. "Im höherwertigen Beckenbau hat sich die 1,5 mm Folie durchgesetzt", meint Heinrich Kiehne von Alkor. Das Gleiche gilt für die Gewebeverstärkung. Sie ist mittlerweile im höherwertigen Bereich Standard geworden. Ebenfalls identisch: Das Material wird bahnenweise mit Industriefön oder einem Schweißautomaten an der Baustelle im Heißluftverfahren verschweißt.
Weich-PVC zur Auskleidung von Schwimmbädern gibt es seit über 30 Jahren. FPO ist aber in Deutschland erst seit wenigen Jahren ein Begriff, obwohl es schon lange als Auskleidung für Teiche bekannt ist und auch, zumindest in anderen Ländern, vielfach auch für Schwimmbäder verwendet wird. Bereits seit 1992 verkauft Sarnafil die FPO-Dichtungsbahnen. Flexible Polyolefine - das sind aus teilkristallinen Thermoplasten bestehende Folien mit integriertem Polyester-Gittergewebe und einer Glasvlieseinlage. Die Abdichtungsbahnen sind frei von Fungiziden, Schwermetallen und Weichmachern, UV-beständig, farbecht und recycelbar. "Wir verwenden keine Lacke, die sich ablösen, oder Substanzen, die sich aus der Folie herauslösen könnten", betont Michael Kaufmann von Sarnafil.
Das sagen die Wettbewerber von ihrem Produkt aber auch. Wird ein Endverbraucher die Unterschiede überhaupt erkennen? Denn rein optisch unterscheiden sich die Produkte kaum. "Der Endkunde sieht den Unterschied nicht", meint Ralph Kleiner von Armstrong DLW. "Der Schwimmbad-Fachhändler natürlich schon". Ein Fühltest macht deutlich: Die FPO-Oberfläche fühlt sich ein klein wenig rauer an als z.B. die Hochglanz-Oberfläche einer Alkor-Folie. Das war's aber auch schon.
Welche Unterschiede es sonst noch zwischen den beiden Folientypen gibt, erklären wir in der Ausgabe 5/6-2005 von Schwimmbad & Sauna.