
Schwimmbecken aus GFK gibt es seit den 60er Jahren, und aus den ersten Anfängen einfacher quadratischer Becken entstand mit den Jahren, ähnlich wie im Automobilbau, eine für Laien kaum noch zu durchschauende Angebotsvielfalt mit Größen, Typenklassen und Zubehörlisten. Die Ausstattung reicht, genau wie bei Fliesenbecken auch, von den verschiedensten Treppenformen über Nischen, Wasserattraktionen bis zu Überlaufrinnen und Formteilen. In den vergangenen 40 Jahren hat der Werkstoff GFK seine Belastbarkeit und seine unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten bewiesen, denn er wird nicht nur im Schwimmbeckenbau, sondern auch bei Windkraftanlagen, Flüssigkeitstanks, Kühlcontainern und sogar im Yachtbau verwendet.
Ein bewährter Werkstoff also - doch gerade in den vergangenen Jahren sind die Anforderungen, speziell was die privaten Schwimmbäder betrifft, enorm gestiegen. Das liegt vor allem an den hohen Wassertemperaturen, andere Desinfektionsmethoden und die längeren Nutzungszeiten der Becken. Hierauf hat die Industrie reagiert. So hat sich vor zwei Jahren ein Arbeitskreis "GFK-Schwimmbecken" gegründet, in dem sowohl die Materiallieferanten als auch GFK-Beckenhersteller organisiert sind, um neue Standards zu entwickeln, was die Materialauswahl und -qualität betrifft, um die Qualitätsstandards weiterzuentwickeln. Der Arbeitskreis ist innerhalb der "Arbeitsgemeinschaft Verstärkte Kunststoffe Technische Vereinigung" (AVK-TV) organisiert. Der Verband ist die Fachorganisation der Rohstofflieferanten und Verarbeiter von verstärkten Kunststoffen.
Der erste Schritt, nämlich die Oberflächen der Schwimmbecken den gestiegenen Anforderungen anzupassen, ist mittlerweile gelungen. "Wir haben festgestellt, dass die Oberflächen von GFK-Becken gelegentlich ausbleichen konnten", erklärt der Arbeitskreisvorsitzende Peter Rengers von Riviera-Pool den Hintergrund. "Wenn wir uns als Beckenhersteller an unseren Materiallieferanten gewendet haben, mussten wir feststellen, dass man dort nicht genügend Erfahrung mit dem speziellen Anwendungsbereich Schwimmbad hatte. Deshalb wurde der Arbeitskreis gegründet, um Lieferanten und Verarbeiter gemeinsam an einen Tisch zu holen und die Informationen untereinander austauschen zu können." Im ersten Arbeitsjahr wurden Daten gesammelt. Nach dieser Basisarbeit wurden im zweiten Schritt Untersuchungsmethoden entwickelt, die die Belastungen in der Praxis nachstellen. Hieraus ist dann eine Testreihe entwickelt worden, so dass man nun in der Lage war, im Labor neue Rezepturen von Harzen und Gelcoats für den Praxiseinsatz tauglich zu machen.
"Die nächste Herausforderung war", schildert Peter Rengers, "die Erfahrungen, die wir im Labor gesammelt haben, auf die Produktion der Schwimmbecken zu übertragen. Auch dies ist gelungen. Wir haben jetzt einen Standard erreicht, dass die Oberflächenqualität den heutigen Ansprüchen mehr als genügt." Man habe seitens des Arbeitskreises mit den verbesserten Rezepturen den ersten Schritt gemacht. Der nächste, nämlich die Herausgabe einer aktualisierten Hersteller-Richtlinie, werde in Kürze folgen. "Unsere Zielsetzung ist es", wagt Peter Rengers einen Blick in die Zukunft, "ein Qualitätssiegel zu entwickeln, bei dem Materialien und Verarbeitungsmethoden festgelegt sind sowie Definitionen für die Materialgüte geliefert werden. Sicherlich werden sich noch weitere Hersteller mit entsprechendem Qualitätsbewusstsein dem Arbeitskreis anschließen."
Arbeitsgemeinschaft Verstärkte Kunststoffe (AVK-TV)