
An dem grundsätzlichen Funktionsprinzip, nämlich unter Druck Wasser und Luft in den Pool zu pumpen, hat sich auch nach 40 Jahren, als UWE mit der ersten Gegenstromanlage auf den Markt kam, bis heute nichts geändert. Ursprünglich waren die "JetStream", wie sie schon damals hießen, dazu gedacht, auch in kleinen Becken ein aktives Schwimmen zu ermöglichen. Und diese Funktion haben sie auch heute noch.
Aber nicht nur, denn die Erwartungen haben sich mit der Zeit gewandelt. Unabhängig von konjunkturellen Schwankungen investieren die Menschen zunehmend in ihr persönliches Wohlbefinden. Nicht nur das sportliche Schwimmen steht so wie früher im Vordergrund, sondern die Massagemöglichkeiten, die die Anlagen bieten, und vor allem der Spaß am prickelnden Wasserstrahl. "Obwohl das Endlos-Schwimmen jetzt wieder stärker gefragt ist", weiß Wilhelm Nussbächer, Leiter JetStream Vertrieb und Technik bei UWE, aus Kundengesprächen. "Die Leute spüren, sie brauchen mehr Sport und Bewegung. Da ist der Pool mit einer Gegenstromanlage optimal." Denn der "Jetstream" bietet beides: die Möglichkeit, auch in einem kleinen Pool endlos zu schwimmen. Und die Möglichkeit der gezielten Massage, sowohl lokal als auch als Ganzkörpermassage. Selbst das Joggen gegen den Wasserstrahl ist möglich. Eine Trainingsvariante, die von Leistungssportlern schon lange genutzt wird, um während einer Verletzungs- oder Regenerationszeit nicht zu viel Kondition zu verlieren oder einen schonenden Muskelaufbau zu betreiben, denn im Wasser werden trotz intensiver Belastung die Gelenke geschont.
Ähnlich wie bei den Schwallduschen sind die meisten Gegenstromanlagen Standardmodelle, die aber aus Einzelbauteilen zu einem Paket geschnürt werden können. So können ein, zwei oder mehr Düsen nebeneinander oder auch untereinander angeordnet werden. Letzteres ist auch sinnvoll, weil der Wasserdruck dann nicht nur auf der Brust des Schwimmers, sondern auch auf die Beine gerichtet ist. Dies ähnelt dem Schwimmen in einem Fluss. Theoretisch könnte auch die ganze Seitenwand eines Beckens mit Düsen bestückt werden. Spätestens am Ende des Pools würde sich aber der Widerstand aufbauen, und der Druck kommt zurück wie bei einem Wellenbad oder neutralisiert sich, so dass kein Wasserstrom für den Schwimmer mehr wahrnehmbar ist. Natürlich gibt es auch Becken für Leistungssportler, in denen ein Strömungskanal erzeugt wird. Allerdings handelt es sich hier um teure Einzelkonstruktionen, die meist aus Edelstahl hergestellt werden.
Welche Art von Gegenstromdüsen es gibt, wie sie eingebaut werden sollten und worauf es bei der technischen Ausstattung ankommt, erklären wir in der Ausgabe 3/4-2005 von Schwimmbad & Sauna.