
Foto: Spa-Industries
Artikel aus Schwimmbad & Sauna 7/8-2009.
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Gegen den Strom schwimmen und etwas für die Fitness tun. Oder Whirlen und Wellness tanken - in Swim Spas geht beides.
Schon an der Namensgebung "Swim Spa" merkt man, dass da etwas geschickt gekreuzt wurde, nämlich ein Spa bzw. Whirlpool mit einem Swimming-Pool. Es handelt sich also um eine Mixtur aus passiver Wellness und aktiver Bewegungstherapie.
Ein Swim Spa spricht sowohl Menschen an, die mit der Anschaffung eines Schwimmbads liebäugeln, aber keinen ausreichenden Platz dafür haben, als auch die fitnessorientierte Klientel, die einen Whirlpool kaufen würde, wenn man sich darin auch sportlich betätigen könnte. Ein Swim Spa kann auch eine ideale Ergänzung zum großen Außen-Pool sein. Denn dank seines wohlig warmen Wassers lädt er selbst im Winter zum Schwimmen ein.
Swim Spas werden in verschiedenen Ausführungen, in der Regel aber als komplette, gebrauchsfertige Einheit angeboten. Alles zum Betrieb an technischem Equipment Notwendige steckt zwischen Innenschale und Außenbeplankung, wie man es vom klassischen Whirlpool kennt. Ein Swim Spa muss vom autorisierten Elektriker an das Stromnetz angeschlossen werden.
Die Beckenschalen sind etwa fünf Meter lang und etwas über zwei Meter breit. Die Höhe variiert von 1,30 Meter bis 1,50 Meter. Leer bildet ein Swim Spa eine in sich stabile und verwindungssteife Einheit. In der Regel ist die Schale aus einem tiefgezogenen thermoplastischen Material hergestellt, das im unteren Bereich zusätzlich versteift wird - meist mit Glasfaserkunststoff. Ein Rahmengestell aus Stahl oder Holz gibt der Konstruktion sicheren Halt und dient zugleich zur Befestigung der Außenbeplankung. Daran wird nach innen die Isolierummantelung montiert. Es ist ein Trend zu erkennen, dass der Bereich der internen Verrohrungen nicht mehr komplett ausgeschäumt wird. Das erleichtert Service- und Wartungsarbeiten. Pumpen, Verrohrung, Filteranlagen, Heizsystem und elektronische Steuerung liegen unter dem Swim Spa in der energiesparenden "Warmzone".
Prinzipiell erfordert ein Swim Spa keinen großen baulichen Aufwand. Als Stellplatz ist eine ebene und stabile Fläche notwendig. Die Geräte wiegen bereits leer etwa eine Tonne und werden meistens vom Anlieferungs-LKW mittels Autokran an die gewünschte Stelle im Garten gehievt. Gefüllt mit rund zehn Kubikmeter Wasser wirken starke Kräfte auf das Becken, das Gehäuse und das Fundament.
Nicht immer steht der Swim Spa völlig frei im Garten. Bevor man sich an die detaillierte Einbauplanung macht, sollte man jedoch einen Blick hinter die Verkleidung werfen, um herauszufinden, wo sich Aggregate mit Servicebedarf befinden. Die installierten elektrischen Leistungen eines Swim Spa liegen im Mittel um zehn Kilowatt. Damit werden die Heizung versorgt, die verschiedenen Pumpen, die für die Hydromassage und den Gegenstrom sorgen, die Steuerung sowie die Einrichtungen zur Erhaltung der Wasserhygiene.
Zwar laufen selten alle zwei, drei oder vier Pumpen und die Heizung gleichzeitig. Und da der sportliche Aspekt im Vordergrund steht, liegt die Wassertemperatur mit ca. 26°C deutlich niedriger als die 37°C in Whirlpools. Dennoch, je nach Tarif und Nutzungsintensität können im Winter um einen Euro Stromkosten pro Stunde anfallen. Im abgedeckten Standby-Betrieb dagegen kommt man im Jahresmittel mit etwa einem Euro pro Tag aus.
Eine wärmedämmende Abdeckung ist auf jeden Fall unverzichtbar. Die Hersteller bieten dicke Isolierabdeckungsmatten an, die denen von Whirlpools gleichen. Meist sind sie mehrfach geteilt und können ohne große Mühe auf- und abgelegt werden.
Herzstück des Swim Spas ist eine Gegenstromanlage. Wichtig ist die Strömungsgestaltung im gesamten Becken-, Düsen- und Leitungssystem. Zum einen wird ein kräftiger Gegendruck erzeugt, zum anderen sorgen die mehr nach unten gerichteten Düsen für zusätzlichen dynamischen Auftrieb. Mithilfe verschiedener Zusatzausstattungen lassen sie sich auch für gymnastische Übungen oder Krafttraining nutzen.
Swim Spas verfügen über mehr oder weniger aufwändig mit Massagedüsen bestückte Hydrotherapie-Sitze. Nach der aktiven Schwimm- oder Joggingphase werden hier Muskeln und Gewebe wohltuend massiert. Die Wassertemperatur von nur 26°C ist jetzt genau richtig, denn der Körper ist ja durch die sportlichen Aktivitäten entsprechend aufgeheizt.
Möchte man den Swim Spa nur zum Whirlen nutzen, dann sollte das nicht allzu lange sein, damit er nicht auskühlt. Es sei denn, der Swim Spa verfügt über ein Zwei-Becken-System mit angrenzendem, separatem Whirlpool. Dort lässt sich die Temperatur dann getrennt vom Schwimmbecken auf whirlpoolübliche 37°C regeln.
Die Wasserhygiene der Swim Spas wird genau so erreicht wie bei den klassischen Whirlpools. Umwälzsysteme mit Filtereinrichtungen entfernen gröbere Verunreinigungen, Ozonanlagen und UV-Strahlungseinrichtungen sorgen für eine automatische Entkeimung. Die Justierung des pH-Wertes und die Sicherstellung eines freien Chlorgehalts als Entkeimungsdepot geschieht normalerweise von Hand mit den gebräuchlichen Chemikalien.
Die große Wassermenge und die niedrigere Temperatur lassen den Hygieneaufwand deutlich unter den eines viel wärmeren und kleineren Whirlpools sinken. Die Aufmerksamkeit sollte aber trotzdem höher sein als bei einem normalen Swimmingpool, der im Außenbereich vielleicht nur 21°C sowie eine weit größere Wassermenge und somit eine hohe Systemstabilität aufweist.
Autor: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Werner Geyer
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