Sauna & Wellness - Aromen und Düfte

Sauna & Wellness

Von Schokolade bis Peperoni - die Bandbreite der Saunadüfte wird immer größer. Die Duftvielfalt verspricht jedem Saunabesucher wohltuende Erlebnisse.
Wohlriechend und heilsam - die Anwendung aromatisch duftender Pflanzenstoffe hat eine lange Geschichte. Getrocknete Pflanzen, Früchte und Rinden sowie Gräser und Harze wurden in vielen Kulturen des Altertums zur Reinigung und Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Bereits um das Jahr 1000 nach Christus wurde das damals bekannte Herstellungsverfahren für Pflanzenessenzen vom persischen Arzt Ibn Sina verbessert. Daraufhin wurde die Gewinnung reinen ätherischen Öls möglich. Anfang des 20. Jahrhunderts widmete sich der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé ebenso den Heilwirkungen von Pflanzenessenzen. Die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle zur Erhaltung der Gesundheit und Steigerung des Wohlbefindens bezeichnete Gattefossé als "Aromatherapie".

Herstellung und Mischung

Für die psychische Aromatherapie werden Saunaaufgüsse hierzulande mit ätherischen Ölen und Duftstoffen angereichert. Dabei gibt es drei Gewinnungsverfahren für ätherische Öle: die herkömmliche Methode der Wasserdampfdestillation, die Kaltpressung und das Auszugsverfahren. Die Destillation trennt mit Wasserdampf von 100 Grad Celsius die flüchtigen Bestandteile der ätherischen Öle aus dem Pflanzenmaterial heraus. Durch die anschließende Abtrennung des Wassers wird reines ätherisches Öl hergestellt, so zum Beispiel aus den Blättern des Eukalyptusbaumes. Die Kaltpressung wird zur Gewinnung von ätherischen Ölen aus den Schalen der Zitrusfrüchte angewendet. Die Schalen werden zerkleinert, mit Wasser versetzt und anschließend wird das Wasser wieder vom Öl getrennt. Bei vielen Blütendüften kommt nur das schonende Auszugsverfahren mit organischen Lösungsmitteln in Frage, denn beispielsweise die Auszüge von Jasmin und Rose sind sehr empfindlich. Die Welt der Düfte ist eine Welt der Chemie: Die Duftstoffmischungen der Saunaaufgüsse enthalten natürliche, naturidentische und künstliche Öle. Natürliche Öle bestehen aus naturreinen Komponenten, das heißt sie werden nicht zu 100 Prozent aus der namensgebenden Pflanze gewonnen. Zum Beispiel kann ein naturbelassenes Lavendelöl mit einem anderen unbehandelten Öl vermischt werden. Anschließend wird es als natürliches Lavendelöl bezeichnet. Natürliche Öle enthalten keine künstlichen Zusätze. Die Bestandteile von sogenannten naturidentischen Ölen werden künstlich hergestellt und miteinander vermischt. Die chemische Zusammensetzung entspricht den nachgeahmten Vorbildern in der Natur, sodass sie riechen wie natürliche Duftöle. Ein naturidentisches Rosmarinöl beinhaltet beispielsweise etwa elf Bestandteile, während das naturbelassene ätherische Öl zirka 150 Inhaltsstoffe aufweist. Andererseits besitzen künstliche Öle kein natürliches Gegenstück in der Natur. Hier ist das Ziel die Herstellung von Wellness-Düften mit speziellen Geruchseigenschaften. Vom "toskanischen Garten" über den "römischen Kräuterkranz" bis hin zur "phönizischen Nacht" ist vieles auf dem Markt.

Wirkung und Verwendung

Nach Informationen des Deutschen Verbandes der Riechstoff-Hersteller wirken die Düfte beim Saunaaufguss auf die menschliche Psyche. Gefühle, Stimmungen und Befindlichkeiten der Menschen lassen sich mit bestimmten Duftstoffen stimulierend, beruhigend sowie harmonisierend beeinflussen. Zum Beispiel reduzieren Fruchtgerüche depressive Verstimmungen. Die Düfte von Orangenöl und Menthol lindern Stress-Symptome. In letzter Zeit hat die Verwendung von Fruchtnoten im Saunabereich stark zugenommen, beispielsweise Orange, Zitrone, Ananas und Melone. Außerdem finden exotische Fruchtnoten wie Maracuja und Passionsfrucht zahlreiche Anhänger. In der Spitzengruppe finden sich nach wie vor die "klassischen" Aufgussnoten wie Minze, Pfefferminze, Fichtennadel, Eukalyptus und Rosmarin. Bei den Geruchsnoten von Nadelgewächsen liegen Latschenkiefer, Tannennadel, Fichtennadel sowie Kombinationen mit grünen oder frisch zitronigen Noten im Trend. Wenn die Dosierungsanleitung des Herstellers beachtet wird, können keine nachteiligen Wirkungen für die Badenden entstehen. Die richtige Wassermenge für die Saunakabine und die Anzahl der Steine im Ofen sollten jedoch beachtet werden. Nach Auskunft des Verbandes der Deutschen Aromenindustrie sind allergische Reaktionen nahezu auszuschließen, denn die Menge der Duftstoffe ist zu niedrig und die Schweißschicht der Haut bildet eine zusätzliche Barriere.

 

Sie finden diesen Beitrag in Schwimmbad & Sauna 11/12-2009.

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