
Artikel aus Schwimmbad & Sauna 03/04 2008.
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S&S PROFI: Herr Kromer, Sie gehen - wie von uns bereits berichtet - nach dem vielversprechenden Start der Buchungen von einem Wachstum der Veranstaltung auf rund 420 Aussteller aus und erwarten somit einen neuen Ausstellerrekord. Was macht Sie trotz des Wettbewerbsdrucks so optimistisch?
Kromer: Bereits 15 Monate vor dem Messestart hatten wir über 50 Anmeldungen, soviel wie noch nie zu diesem frühen Zeitpunkt. Und zum Jahreswechsel hatten wir schon mehr als 200 feste Zusagen, darunter Branchenführer wie Berndorf Bäderbau, B+S Finnland Sauna, dinotec, Grünbeck, EOS-Werke, HotSpring, Klafs, Ospa und die Pionier PAMAG. Sie sehen, die Industrie schenkt uns ihr Vertrauen und die Unternehmen setzen auf das ganzheitliche Konzept der interbad.
S&S PROFI: Herr Dr. Ochsenbauer, bisher fand die interbad alle zwei Jahre abwechselnd in Stuttgart und Düsseldorf statt. Ab 2008 ist Stuttgart alleiniger Austragungsort. Was sind die Gründe für diese Entscheidung?
Dr. Ochsenbauer: Die grundsätzliche Entscheidung für nur einen Standort - die übrigens lange gereift ist - trägt der Marktdynamik sowie den resultierenden Anforderungen der ausstellenden Branchen und deren Kunden Rechnung, die sich auf der interbad alle zwei Jahre treffen. Die neue Struktur berücksichtigt die wachsende Internationalisierung der Branche und der Fachmesse. Auch soll die Kundenbindung durch ein klares "one face to the customer" weiter vertieft und gestärkt werden. Außerdem spielten die Nähe und sehr gute Anbindung zum deutschsprachigen Ausland sowie zu großen südeuropäischen Märkten bei der Neuausrichtung eine wichtige Rolle. Vom neuen Messegelände braucht man ja gar nicht mehr zu reden, das spricht für sich selbst.
S&S PROFI: Wir haben gehört, dass Sie die interbad auch für die privaten Endverbraucher öffnen wollen. Wird die Veranstaltung damit von der Fach- zur Publikumsmesse?
Kromer: Die interbad bleibt natürlich eine europäische Leitmesse für Fachpublikum. Aber wir wissen, dass in den letzten Jahren verstärkt auch investitionsbereite, private Bauherren sich für die Informationsmöglichkeiten auf der interbad interessieren. Zudem kamen viele Aussteller mit dem Wunsch auf uns zu, die Veranstaltung auch gezielt für die privaten Investoren, die sich auf der Fachmesse gemeinsam mit ihren Architekten und Planern über Trends und Neuheiten informieren, zu öffnen.
S&S PROFI: Parallel zur interbad findet ja schon traditionell der Kongress für das Badewesen statt. Stehen hier die wichtigsten Eckpunkte bereits fest - was erwartet die Besucher?
Dr. Ochsenbauer: Auf die Besucherinnen und Besucher warten interessante und hochaktuelle Beiträge, wobei wir von unserer traditionellen Struktur der Fachtagungen ausgehen und in jedem Fall eine Sonderveranstaltung zum Thema Energie haben werden. Wir haben hier als Dachgesellschaft der wesentlichen Verbände des Badewesens den Vorteil, dass wir durch unsere eigenen Ausschüsse und die Vernetzung mit der gesamten Branche immer ein Ohr am "Puls" des Geschehens haben. Die Programme werden rechtzeitig veröffentlicht werden.
S&S PROFI: Die interbad 2008 findet erstmals im neuen Messegelände direkt am Stuttgarter Flughafen statt. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Vorzüge des neuen Areals - aus Sicht der Aussteller und aus Sicht der Besucher?
Kromer: Europas modernstes Messegelände bietet eine perfekte Infrastruktur, was sowohl die Aussteller beim Auf-/Abbau und beim Messebetrieb, aber auch die Besucher beim Messebesuch schnell bemerken. Zudem ist die Neue Messe Stuttgart eine Messe der kurzen Wege - obwohl wir unsere Hallenfläche im Vergleich zum Killesberg verdoppelt haben. Ein großer Vorteil ist auch die in Europa einzigartige Verkehrsanbindung des Messegeländes: Von der Autobahn führen Einfahrten direkt auf Messeparkplätze, der Flughafen Stuttgart kann in fünf Minuten bequem zu Fuß erreicht werden und Stuttgart sowie das Umland sind über den öffentlichen Nahverkehr an die Neue Messe Stuttgart angeschlossen.
S&S PROFI: Sie haben das Konzept der interbad bereits bei den letzten beiden Veranstaltungen breiter gefasst, um den Besuchern ein möglichst umfassendes Angebot aus den Bereichen Pool, Spa und Wellness zu präsentieren. Wie werden Sie dieses Konzept für die interbad 2008 weiter entwickeln?
Dr. Ochsenbauer: Nach der grundsätzlichen Neuausrichtung 2004 geht es jetzt primär um die Schärfung des Veranstaltungsprofils. Die interbad versteht sich als Europas Leitmesse für Schwimmbad, Sauna, Spa und Whirlpool unter einem ganzheitlichen Ansatz, der das Potenzial des Megatrends "Wellness" auf die Messe überträgt. Die vier Säulen Bäder, Sauna, Spa und Whirlpool sind in diesem Kontext nunmehr die "klassischen" Messebereiche, und die Weiterentwicklung für 2008 und darüber hinaus bedeutet, dass sich zusätzlich verstärkt führende Hersteller aus den Bereichen Solarien, Beauty und Fitness präsentieren. So wird das ganzheitliche Konzept ergänzt und den Fachbesuchern ein wirklich umfassendes Spektrum geboten, das nicht einseitig nur auf private Bäder und Spas ausgelegt ist.
S&S PROFI: Die interbad ist ja ein internationaler Branchentreff, wie spiegelt sich das in der Besucher- und Ausstellerstruktur?
Kromer: Von den Ausstellern kommen rund ein Drittel aus dem Ausland. Für viele Unternehmen aus dem europäischen Ausland ist die interbad fest im Marketingplan verankert und auch weit über die europäischen Grenzen hinaus findet dieser Branchentreff Beachtung: Unternehmen aus den USA, aus Kanada sowie aus Asien präsentieren sich hier ebenfalls einem breiten Fachpublikum. Der internationale Anspruch wird auch bei den Besuchern deutlich, denn rund ein Viertel des Publikums reist aus dem Ausland an. Mit dem wachsenden Führungsanspruch der interbad streben wir auch eine höhere Internationalisierung an.
S&S PROFI: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Trends, welche Themen werden die interbad 2008 dominieren?
Dr. Ochsenbauer: Zum einen gibt es natürlich die Megatrends wie Wellness, Gesundheit, Demografie, Globalisierung und Energie, die alle einen bestimmten Einfluss auf die Bädermärkte nehmen. Auf der anderen Seite sind es die handfesten, oft technischen Trends bzw. Innovationen, die konkretes Interesse bzw. Aufmerksamkeit auslösen. Wichtig außerdem: die Privatisierungsdiskussionen in vielen Kommunen und die zunehmende Bedeutung der "Software", d. h. der Dienstleistungsangebote und deren Qualität.
S&S PROFI: Herr Kromer, Herr Dr. Ochsenbauer, wir danken für das Gespräch.